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Mal eine freche Behauptung vorweg:

Jede Pferdehaltung, die nicht das Offenstallkonzept verfolgt, ist Tierquälerei!

Der Beweis dafür ist leicht zu erbringen, wenn auch schwer per Internet zu vermitteln.

Schon ab einer Gruppe von zwei Pferden beginnt sich eine Herde zu formen, innerhalb derer die sich etablierende Hierarchie allen Tieren Sicherheit und Selbstbestätigung vermittelt. Leittiere - meist Mutterstuten im besten Alter - wachsen enorm durch die Verantwortung, werden ruhiger und selbstbewusster, und geben dem Rest der 'Herde' ein enormes Plus an Sicherheitsgefühl.
Die anderen - 'untergeordneten' - Tiere werden scheufester und lernbegieriger, denn sie streben mittelfristig eine ähnliche Führungsrolle an. Unter der Unterordnung leiden sie allerdings meistens überhaupt nicht. Im Gegenteil, sie gibt ihnen Sicherheit.

 

Nächster Pluspunkt:

Die ständige Bewegung auf offenen - und wo möglich bergigen - Weiden bringt durch die Bewegung und gesundes Futter einen beispiellosen Muskelaufbau, wie dieses Foto zeigt:




Man zeige mir ein Boxenpferd, das sich damit vergleichen kann !

Dabei gibt es aber auch mögliche Probleme zu beachten:
Im Winterhalbjahr (typischerweise November bis März) geben die Weiden nichts verwertbares mehr her. Dann muß Heu zugefüttert werden. Dafür muß genügend Lagerplatz - möglichst nahe am Offenstall - vorhanden sein. Etwa 1/2 Hektar je Pferd an Heuwiese ist Minimum, ein Bauer, der gegen Entgelt im Juni mäht und Ballen presst (1/2 - 1 Euro je Ballen) sollte im ländlichen Umfeld zu finden sein.
Aber da gibt es noch ein anderes, größeres Problem. Im Winter sind die Pferde auf einer begrenzten Fläche rund um den Offenstall untergebracht. Zentrale Anlaufstellen sind natürlich der Stall und die Futterstelle / Raufe. Gerade in diesen Bereichen kommt es in unseren Breiten schnell zu verschlammten Böden, in denen bei nasser Witterung schon mal ein Gummistiefel bis zur Oberkante im Morast versinkt. Eine endgültige Lösung dafür haben wir auch noch nicht gefunden. Das Aufbringen von Holzhackschnitzeln (Sägewerk!) bringt für ein bis zwei Jahre Besserung, auf Dauer weichen die aber auch auf und der Morast wird eher noch tiefer. Eine Drainage würde wohl helfen, aber die ist aufwändig und teuer, und gerade in Naturschutzgebieten wie bei uns nicht erlaubt.
Gebissloses Reiten:
Samstag 13.10.2007:
Nachdem das Experiment des gebisslosen (*) Reitens zuvor schon uneingeschränkt erfolgreich bei Leila, Nimue und Igielka erprobt wurde, hat diese Zäumungsart - die eigentlich gar keine ist - nun auch bei unserer Leitstute, dem Budjonny-Ausnahmepferd Lara regelrecht Begeisterung erweckt.
*) Reithalfter sind schwer zu bekommen, weil kaum gefragt. Wichtig sind alle Merkmale einer Trense - außer dem Gebiss. Die zwei Ringe links und rechts zum Einklinken der Zügel braucht es schon, und eine wertige und haltbare Lederausführung sollte euch euer Pferd schon wert sein.

WARUM GEBISSLOS? :
Führen wir uns doch einmal folgendes vor Augen und beantworten diese Fragen aufrichtig:

bulletWenn rund 500 kg Pferd nicht wollen was Du willst - was machst Du dagegen? Was hilft Dir dieses lächerliche Gebiss? - nichts!
bulletWenn Dein Pferd nur aus Angst vor Schmerzen (= Gebißeinatz) funktioniert - ist das Partnerschaft ?

Gib Deinem Pferd das Gefühl, dass Du ihm vertraust. Und trau Dich, Dich ihm/ihr auszuliefern! Du wirst das Gleiche finden wie zwischen Menschen: Vertrauen schafft Freundschaft.

Fazit: